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Zwischen Rhein und Wingert

Zwischen Rhein und Wingert

Lese-, Bilder- und Wanderbuch für Bruchhausen, Erpel, Rheinbreitbach und Unkel

Zwischen Rhein und Wingert

Lese-, Bilder- und Wanderbuch für Bruchhausen, Erpel, Rheinbreitbach und Unkel

Reizvoll gelegen am Rhein - die Stadt Unkel an der Grenze des Westerwalds,
im Hintergrund das markante Profil des Siebengebirges

Wie der eine oder andere sicher weiß, kam es im 19. und 20. Jahrhundert zu einer Bewegung, die über Deutschland hinaus den Lebensstil der Menschen neu prägte: »Hinaus in die freie Natur« war ihr Motto. Sie nahm ihren Ausgang in Italien und wurde in ganz Deutschland begeistert aufgenommen. In den Industriestädten zählen die Menschen, die an jedem Wochenende und in den Ferien, vielleicht sogar noch kurz am Feierabend den Weg ins »Grüne« suchen, nach Millionen. Sie suchen in einer ihnen zuträglichen Landschaft einen Erholungs-, Erlebnis- oder Freizeitraum.

Man begann, in der Landschaft mehr als nur ein Mosaik nutzbarer Flächen zu sehen. »Ein Dach über dem Kopf und ein Huhn im Topf« reichte nicht mehr als Inhalt der »Humanökologie«. Für den Menschen ist die Landschaft also nicht mehr länger nur ein Biotop wie für andere Lebewesen, sondern eine Heimat. Die Änderungen, die die Vorstellungen von »Heimat« durchgemacht haben, sind beträchtlich.

Als Gegensatz dazu erschien zunächst der Begriff »Wildnis«. Der zunehmende Überdruss an der Zivilisation prägte die Beurteilung der Wildnis; Wildnis bietet Zuflucht vor ihr, das Ideal der »unberührten Natur« entsteht. Deren Schutz und pietätvolle Pflege werden zur Aufgabe des Menschen. Malerei und Dichtkunst beschäftigen sich mit dem »Landschaftsbewusstsein«. In der Literatur entstand landschaftsgebundene Heimatdichtung à la Hermann Löns.

Auch in den Reiseberichten setzte sich immer mehr der Respekt vor der Schönheit der Natur durch. Alexander von Humboldt (1769-1859) stellte sich die Aufgabe der wissenschaftlichen Landschaftsbeschreibung, die zur Pflichtlektüre aller späteren Geographen wurde. Die Gesichtspunkte der Betrachtung verfeinerten sich ebenso wie das Empfinden der Landschaft.

Aber die Menschen wollen die Natur nicht nur beobachten, sondern auch mit ihr und in ihr leben. Fast überall haben sie einen natürlichen idealen Lebensraum wenigstens in kleinstem Maßstab im eigenen Garten zu verwirklichen gesucht. In Mitteleuropa fand der Garten zuerst als Klostergarten, als Quelle für Nahrung und Heilpflanzen sowie als Ort der inneren Einkehr, liebevolle Pflege. Die »Holzersche Permakultur« (Vorstellung u.a. bei der Weltausstellung in Hannover) wäre heute ein Weg für alle: eine Form der alternativen Landbewirtschaftung, aber auch von Interesse für den Stadtmenschen mit Garten und sogar im Hochhaus mit Balkon oder Terrasse.

Während der Mensch früher seinen Lebensraum der Natur abgetrotzt hat, sieht er sich seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert im Einklang mit der Natur und entdeckt sie als Erholungs- und Freizeitraum. Also, Natur hat viel mit Kultur zu tun.

Andersherum: Die Kultur des Menschen muss sich nicht zuletzt an seinem Umgang mit der Natur messen lassen. Das geht jeden Einzelnen von uns an; verordneter Naturschutz macht noch keine Kultur.

Dieses Buch richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen, und dementsprechend ist es auch geschrieben. Es schildert nicht nur die herrliche Natur unserer Region und die Jahrtausende alte Kultur; es macht natürlich auch Vorschläge zum Reisen und Wandern in unserer abwechslungsreichen Landschaft »zwischen Rhein und Wingert«. Dabei soll es nicht nur allein um das leibliche Wohl beim Wandern gehen. Wandern und genießen - das ist eben Wandern mit »allen Sinnen«. In diesem Sinne - schöne Tage auf allen Wegen!

Übrigens: »Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei ihnen seine Seele um.« (Erich Kästner)

Adalbert Fuchs

Hinweis:
Auf diesen Internetseiten sehen Sie natürlich nur einen sehr kleinen Ausschnitt des 350-seitigen Buches "Zwischen Rhein und Wingert - Lese-, Bilder- und Wanderbuch für Bruchhausen, Erpel, Rheinbreitbach und Unkel"! Mit dem Erwerb des Buches erhalten Sie nicht nur Zugang zu allen von uns getesteten Wanderrouten, sondern auch weitere wertvolle und interessante Informationen über die Verbandsgemeinde Unkel.