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Lese-, Bilder- und Wanderbuch für Bruchhausen, Erpel, Rheinbreitbach und Unkel
Vor der Kirche steht eine prachtvolle Blutbuche. Man kann sich gut vorstellen, dass sich hier auch in grauer Vorzeit ein mächtiger Baum erhob, in dessen Schatten sich die Bürger versammelten. Die Geschichte spricht bereits im 14. Jahrhundert von einer Fleischbank, neben der 1624 auch ein Gerichts- und Bürgerhaus errichtet wurde. Heute befindet sich ungefähr dort das Rathaus, ein schmaler schöner Bau aus dem Jahre 1780. Die Inneneinrichtung stammt teilweise ebenfalls aus dieser Zeit.
Um dieses alte Zentrum gruppieren sich zahlreiche, unterschiedlich gestaltete Fachwerkhäuser aus vier Jahrhunderten. Ein besonders gelungenes Ensemble mit drei Giebeln, Fenstererker, Ecksäulen und reichen Schnitzereien stellt die »Erpeler Burg« (Fährgasse 2 und Kölner Straße 29) aus dem 16. und 17. Jahrhundert dar. An der Seite zeigt sich noch das untere Mauerwerk eines Turms, wo vor einigen Jahren bei Restaurierungsarbeiten der Kopf einer steinernen Bischofsfigur aus dem 14. Jahrhundert zu Tage trat.
Auf dem Kreuzungspunkt alter Handelsstraßen entstand in einer dreieckigen Ausweitung ein weiteres Zentrum, der heutige Markt. Einheimische wie auch auswärtige Experten halten ihn für einzigartig. 44 Meter lang ist die geschlossene Häuserfront an der Bergseite, errichtet in schönstem rheinischen Fachwerk.
Im Haus Nr. 20, das einzige Gebäude am Markt, das eine Jahreszahl trägt, nämlich 1696, befindet sich übrigens seit 1812 bis auf den heutigen Tag eine Brennerei, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht.
Den Mittelpunkt des Markts bildet eine riesige Platane, die 1887 gepflanzt wurde und eine Pumpsäule aus dem Jahre 1753 überragt. Auffällig ist die schöne Pflasterung des Platzes mit dem Ortswappen aus handgroßen weißen Kieselsteinen. Hier saß in früheren Zeiten beim Kirchweihfest - das im Sommer am Tag des »Zweitpatrons« Johann Baptist gefeiert wird - der Kirmesmann und beguckte sich das bunte Treiben. Heute stellt man ihm auf dem neuen Kirmesplatz am Neutor einen Sessel auf.
Doch immer noch wirkt der Markt sehr lebendig. Zwischen den weißen Pflastersteinen spielen Kinder Abschlagen, während in der anliegenden Gaststätte »Om Maat« Gäste und Einheimische zu einem gemütlichen Schwätzchen zusammenfinden.
Oberhalb von Erpel, auf 200 m Höhe, liegt das kleine Dorf Orsberg. Beschauliche Fachwerkhäuser umgeben die schlichte barocke Kapelle aus dem Jahre 1708. Das Innere des Saalbaus mit einem hölzernen Tonnengewölbe wird durch einen noch älteren Altar beherrscht, der möglicherweise aus einem Vorgängerbau stammt. Das Mittelbild darüber zeigt in einer recht ungewöhnlichen Darstellung die Vermählung von Maria und Josef.
Höhepunkt im dörflichen Leben, das immer noch teilweise durch die Landwirtschaft auf der Hochfläche geprägt ist, bildet die Kirmes, die jährlich Mitte August gefeiert wird.
Der Ort ist idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Sehenswert ist auch der idyllisch gelegene Dorfbrunnen »Orsberger Brönnchen«.
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Im Buch zusätzlich enthalten:
- Die Legende von den Rheinperlen
- Sage über den Glockenguss