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Zwischen Rhein und Wingert

Zwischen Rhein und Wingert

Lese-, Bilder- und Wanderbuch für Bruchhausen, Erpel, Rheinbreitbach und Unkel

Bruchhausen

Von jeher bildet die Kirche den Mittelpunkt des Dorfes

Bruchhausen ist der einzige Höhenort der Verbandsgemeinde. Weit ab vom Rhein, der Schnellstraße und der Eisenbahnlinie, hat sich Bruchhausen seinen ruhigen, dörflichen Charakter erhalten können.

Einzelfunde deuten darauf hin, dass sich hier bereits in der Jungsteinzeit Menschen aufgehalten haben. Eine dauerhafte Siedlung wurde dann vermutlich in der frühen fränkischen Zeit, der so genannten Merowingerzeit errichtet, wie Fundstücke aus dem 7. Jahrhundert belegen. Dabei handelte es sich vielleicht um ein einzelnes Gehöft, das Haus eines Bergmanns oder eines Köhlers. Die Gründung des Ortes Bruchhausen datieren Sprachkundler in die Zeit um 900 n. Chr., zumindest weist die Endung -hausen darauf hin. »Broich« (mit dem rheinischen Dehnungs-i, gesprochen also »Brooch«) heißt im fränkischen Dialekt soviel wie »sumpfiges Gelände«. Und genau dies passt ja auch auf die topographische Lage des Ortskern in einem Quellsumpf. Das ursprüngliche Dorf lag dementsprechend auf den umliegenden Höhen, hufeisenförmig um das heutige.

Wallfahrtskirche St. Johannes Baptist

Wundersame Muttergottes »Zuflucht der Sünder« (um 1350)

Nur die Legende weiß zu berichten, warum die Bruchhausener Pfarrkirche merkwürdigerweise an der tiefsten Stelle des Dorfes errichtet wurde, wo das morastige Gelände nahe dem Quellsumpf sicher einen schlechten Baugrund abgab. Aber was soll's? Just dieser Ort hat sich nun vermutlich schon seit über 1000 Jahren als geeignet erwiesen; bereits 1025 bzw. 1094 wird eine »marianische Kapelle« in Bruchhausen erwähnt. Von ihr ist nichts mehr erhalten, dafür aber der Turm und einige Wände der nachfolgenden Basilika aus dem Jahre 1230. Gegen 1500 wurde die Kirche im spätgotischen Stil mit Chor und Gewölbe umgebaut, 1682 erfolgten weitere Angliederungen. So präsentiert sie sich heute als mehrteiliger, verwinkelter Bau mit romanischen, gotischen und barocken Elementen - ein Stilmix, der trotz aller Ungereimtheiten sehr reizvoll wirkt: Nicht umsonst gilt die Wallfahrtskirche als eines der schönsten Baudenkmäler der Region. Vielleicht tragen aber nicht nur die äußeren Reize und die kostbaren Kunstwerke zu diesem Eindruck bei; so mancher Besucher spürt schon beim Betreten, dass dieses Gotteshaus seit vielen Jahrhunderten bis auf den heutigen Tag einen frommen und lebendigen Glauben atmet.

Seit jeher ist die Kirche eine Marienwallfahrtsstätte. Davon zeugen zahlreiche, zum Teil uralte Mariendarstellungen. Aus einem Kalkstein gemeißelt und prachtvoll bemalt ist die Marienfigur »Trösterin der Betrübten« (auf dem linken Seitenaltar). Diese »Bruchhausener Madonna«, geschaffen um 1420, ist als Königin dargestellt mit solch einem liebreizendem Ausdruck, dass sie beim Beschauer »Edelsinn, Liebe und Vertrauen« erweckt (so der Bruchhausener Volksschullehrer Richard Daub 1957).

Noch älter ist die Statue der Maria als »Zuflucht der Sünder«; ein Meister der Kölner Schule hat sie bereits um 1350 aus Eichenholz geschnitzt. Vorübergehend war sie wohl wenig beachtet und hinter dem Hochaltar aufbewahrt worden. Nur zu Prozessionen wurde sie hervorgeholt, angekleidet und mitgetragen.

Atmet einen frommen Glauben - die Marienwallfahrtskirche in Bruchhausen

Im Jahre 1745 baten nun einige Jungfrauen des Ortes, die Madonna schmücken und in der Kirche aufstellen zu dürfen. Einige Wochen später beobachteten zwei Mädchen, dass der Muttergottes aus beiden Augen eine kristallklare Feuchtigkeit drang und wie menschliche Tränen über die Wangen floss. Auch in den nachfolgenden Monaten wurde diese wunderbare Erscheinung immer wieder beobachtet und bezeugt - übrigens auch von protestantischen Offizieren, wie die Chronik ausdrücklich vermerkt.

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Im Buch zusätzlich enthalten:
- Legende vom Bau der Bruchhausener Kirche
- Die Hexenkönigin von Bruchhausen